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Das Universale Haus der Gerechtigkeit

Ridván 1981

An die Bahá’í der Welt

Innig geliebte Freunde,

März 1981 - Naw-Rúz Botschaft

Die Erfolge der Eröffnungsphase des Siebenjahresplanes sind ein ermutigendes Zeugnis für die göttliche Fürsorge, durch die das Wachstum der Sache Gottes so liebevoll gestärkt und gestützt wird. Dieser junge Glaube, der während dieser zwei Jahre durch unerbittliche Feinde gequält und bekämpft wurde, der in rascher Folge ein Wechselbad von Krisen und Siegen erlebte und sich von dem wachsenden Aufruhr einer zerfallenden Welt umgeben sieht, hat sein Banner aufgepflanzt, seine Fundamente verstärkt und die Reichweite seiner administrativen Institutionen ausgedehnt.

Das Wiederaufleben der bitteren und barbarischen Verfolgung des Glaubens in seinem Geburtsland, der Aufstieg von fünf Händen der Sache Gottes in das Abhá-Königreich, die Verfinsterung der Horizonte der Welt durch die düsteren Schatten von Chaos und weltweiter Erschütterung, die die Lichter der Gerechtigkeit und Ordnung auslöschen, dies sind Faktoren, die Lage und Schicksal der Heerscharen Gottes in aller Welt hauptsächlich beeinflussen.

Die Bahá'í-Gemeinde in der Wiege des Glaubens, die Zeuge war von der Zerstörung ihres heiligsten Schreines, der Zwangsverwaltung ihrer heiligen Stätten, der Beschlagnahme ihrer Stiftungen und sogar ihres privaten Eigentums, des Märtyrertodes vieler ihrer Anhänger, der Inhaftierung und fortdauernden Haft der Mitglieder ihres Nationalen Geistigen Rates und anderer führender Persönlichkeiten ihrer Gemeinde ohne Prozeß oder Benachrichtigung, des Entzugs der Mittel zum Lebensunterhalt und der Schmähung und Verleumdung ihrer in Ehren gehaltenen Grundsätze - diese Gemeinde blieb unerschütterlich wie die Dawnbreakers von einst und erhob sich geistig geeint und standhaft als der Stolz und Ansporn der gesamten Bahá'í-Welt. Auf allen Kontinenten des Erdballs hat ihr Beispiel und ihre unglückliche Lage die Freunde dazu veranlaßt, den Namen Bahá'u'lláhs auf persönlicher und örtlicher Ebene und über alle Massenmedien zu verkünden wie nie zuvor. Die Bahá'í-Weltgemeinde ist durch ihre Vertreter bei den Vereinten Nationen und durch ihre Nationalen Geistigen Räte an Regierungen und führende Persönlichkeiten auf vielen Ebenen in aller Welt herangetreten und hat sie mit den Prinzipien und dem Wesen des Glaubens Gottes bekannt gemacht. Die Parlamente der Welt, ihre Bundesversammlungen und humanitären Einrichtungen haben dem Bahá'í-Glauben Beachtung geschenkt, in vielen Fällen haben sie ihm Unterstützung gewährt und ihre Sympathie zum Ausdruck gebracht.

Inmitten dieser zeit- und energieverzehrenden Aktivitäten für unsere geliebten persischen Brüder hat die Gemeinde des Größten Namens ihren Einsatz für die Ziele der Eröffnungsphase des Siebenjahresplanes nicht verringert, sondern mit steigender Aktivität noch vergrößert. Zu dem brennenden Wunsch der Freunde in aller Welt, ihre Liebe zu ihren Brüdern in Persien durch doppelten Einsatz bei der Lehrarbeit zu zeigen, kam als weiterer Ansporn zum Lehren der Verlust unserer geliebten Hände der Sache Gottes - ein Anstoß, der unterstützt wurde durch die Reisen jener teuren Hände, die noch in der Lage sind, den Gläubigen diesen Liebesdienst zu erweisen. Die lebenswichtige Institution des Berateramtes wurde in der Eröffnungsphase des Siebenjahresplanes durch die Erweiterung ihrer Grundlagen und das Zusammenlegen der dreizehn zonalen in fünf kontinentale Beraterämter deutlich gestärkt. Die Einführung einer festgelegten Amtszeit für die kontinentalen Berater - die schon bei den ersten Ernennungen ins Auge gefaßt war - bedeutete für die Institution eine weitere Entwicklung.

Der Bau des Sitzes des Universalen Hauses der Gerechtigkeit und der Tempel in Indien und Samoa ist weiter vorangeschritten. Sechs neue Nationale Geistige Räte werden zum kommenden Ridván neu gebildet; davon zwei in Afrika: in Südwestafrika/Namibia mit Sitz in Windhoek und in Bophuthatswana mit Sitz in Mmabatho; drei in Amerika: auf den Bermudas mit Sitz in Hamilton, auf den Leeward-Inseln mit Sitz in St. Johns, Antigua, und auf den Windward-Inseln mit Sitz in Kingstown, St. Vincent; sowie einer im Pazifik, und zwar in Tuvalu mit Sitz Funafuti. Der Nationale Geistige Rat von Uganda wird wieder gebildet. Zu den Nationalen Räten, die im Siebenjahresplan weiterhin zu bilden sind, wurden noch hinzugefügt: zwei in Afrika: in Äquatorial-Guinea mit Sitz in Malabo sowie in Somalia mit Sitz in Mogadishu, und einer in Asien für die Andamanen und Nikobaren mit Sitz in Port Blair.

Während der Eröffnungsphase war ein Anwachsen der Gesamtzahl der Geistigen Räte und Gruppen zu verzeichnen, und in allen Teilen der Welt haben die Bahá'í-Gemeinden größere Einigkeit und Reife bei ihren gemeinsamen Aktivitäten gezeigt.

Die nun beginnende zweite Phase des Siebenjahresplanes wird drei Jahre dauern, und danach kommt die abschließende Phase von zwei Jahren, die zu Ridván 1986 endet. Der 25. Jahrestag des Hinscheidens unseres geliebten Hüters fällt in das zweite Jahr der zweiten Phase dieses Planes, das gleiche Jahr bringt auch den 50. Jahrestag des Hinscheidens des Größten Heiligen Blattes. Das Universale Haus der Gerechtigkeit plant, Briefe, die an das Größte Heilige Blatt gerichtet waren, Aussagen von Bahá'u'lláh, `Abdu'l-Bahá und dem geliebten Hüter über sie sowie ihre eigenen Briefe in einer Zusammenstellung herauszugeben.

Alle Nationalen Geistigen Räten haben die Ziele, die ihren Gemeinden für die zweite Phase zugeordnet wurden und für deren Durchführung die Bahá'í-Weltgemeinde nunmehr gut gerüstet ist, bereits erhalten. Zu den wichtigsten Entwicklungen, die für diese Phase vorgesehen sind, gehören:

der Einzug des Universalen Hauses der Gerechtigkeit in seinen ständigen Amtssitz auf dem Bogen an den Hängen des Karmel,

die Fertigstellung des Tempels in Samoa und weiterer Fortschritt bei den Arbeiten am Haus der Andacht in Indien,

Weiterentwicklung der Aufgaben des Internationalen Lehrzentrums und der Beraterämter unter besonderer Berücksichtigung der Förderung des geistigen, intellektuellen und sozialen Lebens der Bahá'í-Gemeinde,

die Durchführung von fünf Internationalen Konferenzen in den ersten neun Monaten des Jahres 1982, und zwar in Lagos, Nigeria; Montreal, Kanada; Quito, Ecuador; Dublin, Irland; und Manila auf den Philippinen. Die letzte dieser Konferenzen findet auf der Mitte einer Achse statt, auf die der geliebte Hüter hinwies und deren Pole Japan und Australien bilden.

Vorbereitung des Bauplanes für das erste Nebengebäude des Europäischen Mashriqu'l-Adhkár, eines Altenheimes, und eine Erhöhung der Anzahl nationaler und örtlicher .Ha.zíratu'l-Quds. Letztere, die hauptsächlich in ländlichen Gebieten liegen werden, sollen durch den Einsatz der dortigen Freunde erworben oder gebaut werden.

Erwerb von sechs neuen Tempelgeländen - fünf in Afrika und eines in Australasien - und von fünf neuen nationalen Stiftungen: vier in Afrika und eine in Amerika.

Gründung von zwei Verlagen: einer an der Elfenbeinküste und einer in Nigeria.

Eine starke Zunahme der Produktion von Bahá'í-Literatur in immer mehr Sprachen. Zielsetzung ist dabei letztlich, daß jeder Gläubige in der Welt einen gewissen Bestand an heiligen Texten in seiner eigenen Sprache vorliegen hat.

Fertigstellung von drei weiteren Radiostationen in Südamerika.

Der Entwicklung und Festigung der örtlichen Geistigen Räte auf der ganzen Welt große Aufmerksamkeit schenken.

Entwicklung des Bahá'í-Gemeindelebens mit besonderem Blick auf die Bahá'í-Kindererziehung und die geistige Bereicherung der Gemeinden.

Die Niederlassung von 279 Pionieren in 80 Ländern während des ersten Jahres der zweiten Phase.

Großzügige und erhöhte Spenden für die verschiedenen Fonds des Glaubens werden erforderlich sein, wenn die oben angeführten Aufgaben erfolgreich durchgeführt werden sollen. Des weiteren wird das nun zu beobachtende Hervortreten unseres geliebten Glaubens aus der Verborgenheit notwendigerweise neue Projekte mit sich bringen, die große Anforderungen an die Fonds stellen werden. Das in den letzten Jahren in aller Welt gewachsene Bewußtsein der Freunde, daß die Fonds des Glaubens wirklich das Lebensblut für seine Aktivitäten sind, ist ein ermutigendes Zeichen für die Zukunft. Wir sind sicher, daß dieses Bewußtsein weiter wachsen wird, daß noch mehr Nationale Geistige Räte große Fortschritte in bezug auf ihre finanzielle Unabhängigkeit machen werden, daß nationale Budgets eingehalten werden und der nationale Bahá'í-Fonds einen ständig steigenden Spendenzustrom erhält, damit dieser Fonds mit den ebenfalls ständig steigenden internationalen Erfordernissen des Glaubens Schritt halten kann.

Liebe Freunde, die Welt treibt immer tiefer ins Zentrum der Finsternis, während ihre alte Ordnung aufgerollt wird. Beim Verfolgen unserer Ziele mit Zuversicht, Optimismus und unerschütterlichem Entschluß dürfen wir niemals vergessen, daß der Dienst, den wir leisten, ein geistiger Dienst ist. Die Menschheit schmachtet unter dem Fehlen wahrer Religion, und genau diese haben wir, um sie der Menschheit anzubieten. Die Liebe Gottes, die sich im Erscheinen Bahá'u'lláhs manifestiert hat, wird die hungrigen Seelen der Welt nähren und die Völker allmählich aus dem augenblicklichen Sumpf in die planvolle, aufbauende, seelenstärkende Aufgabe der Errichtung des Reiches Gottes auf Erden hineinführen.

 

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