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Das Universale Haus der Gerechtigkeit

Ridván 1965

An die Bahá’í der Welt

Innig geliebte Freunde,

Die Flut der Siege, welche die Bahá'í-Weltgemeinde zu den Feiern des Größten Jubiläums trug, steigt weiter an.

Ein unaufhörlicher Strom göttlicher Bestätigung fällt wie Regen auf unsere Bemühungen; dies zeigt sich deutlich in den vielen bemerkenswerten Leistungen, die in den wenigen kurzen Monaten seit dem Beginn des Neunjahresplanes erbracht wurden. Der augenfälligste Beweis ist, daß die Anzahl der Zentren, an denen Bahá'í wohnen, von fünfzehntausendeinhundertachtundsechzig zu Ridván 1964 auf nunmehr einundzwanzigtausendundsechs angestiegen ist - ein Wachstum von beinahe sechstausend in einem Jahr. Ebenso bemerkenswert ist der Fortschritt der Lehrarbeit in Indien, wo die Zahl der Gläubigen nun einhundertvierzigtausend überschreitet - ein Anwachsen um mehr als dreißigtausend seit Ridván 1964. Pioniere ziehen in die wenigen verbleibenden Gebiete der Erde, die noch nicht vom Licht der neuen Offenbarung Gottes erleuchtet sind; »das starke Anwachsen« der Sache, zu dem bei Beginn des Planes aufgerufen wurde, scheint in Gang zu kommen, und in einem Land nach dem anderen werden die Institutionen und Stiftungen des Glaubens beharrlich auf fester Grundlage aufgebaut.

Die dem Weltzentrum zugewiesenen Ziele sind in den verstrichenen zwölf Monaten aktiv angegangen worden. Grundlegende Entscheidungen und Schritte, um das Ziel der »Entwicklung der Institution der Hände der Sache Gottes im Hinblick auf die künftige Wahrnehmung der ihre zugewiesenen Aufgaben des Schutzes und der Verbreitung« zu verwirklichen, wurden den Freunden bereits mitgeteilt. Die schon bisher mit Ehren und Verdiensten überreich ausgestatteten Mitglieder dieser erhabenen Körperschaft, die Bannerträger des Neunjahresplanes wie auch schon des Zehnjahres-Kreuzzuges des geliebten Hüters, haben sich nach ihrer Zusammenkunft im letzten Oktober im Heiligen Land mit erneuter und beispielloser Kraft aufgemacht, um die Freunde anzufeuern, sich der höchsten Herausforderung zum Lehren der Sache zu stellen, und um den administrativen Organen Rat und Hilfe zu geben und den göttlichen Wohlgeruch und die Liebe Gottes in der ganzen Welt zu verbreiten. Die Erhöhung der Zahl der Hilfsamtsmitglieder und die neuen Vorkehrungen für die Organisation ihrer Arbeit werden, wie wir zuversichtlich erwarten, die geliebten Hände in die Lage versetzen, ihren wichtigen Dienst noch wirkungsvoller zu leisten, und sie werden mehr Zeit finden, um zu reisen und zu lehren.

Eine vorläufige Bestandsaufnahme der Voraussetzungen für den Bau des ersten Hauses der Andacht von Lateinamerika - eines der zwei Gebäude, die während des Planes errichtet werden sollen - wurde bereits gemacht, und wir laden nun Bahá'í- und Nicht-Bahá'í-Architekten ein, Entwürfe für den Tempel von Panama einzureichen. Die Ausschreibungsbedingungen sowie Einzelvorschriften für das Gebäude können vom Nationalen Geistigen Rat von Panama angefordert werden, dessen Entwurfswahl der endgültigen Zustimmung des Universalen Hauses der Gerechtigkeit unterliegt. Wir hoffen, daß dieses heilige Haus der Andacht - das an einem Standort entsteht, dem vom Meister wie auch vom Hüter solch besondere Bedeutung beigemessen wurde - schnell vollendet wird, damit das Leuchtfeuer seiner geistigen Ausstrahlung den ganzen amerikanischen Kontinent erhellen kann.

Die folgenden neuen Gebiete wurden während der vergangenen zwölf Monate dem Glauben erschlossen: auf dem afrikanischen Kontinent Gabun, Ifni, Mali, Mauretanien, die Rodrigues-Insel und Obervolta; auf dem amerikanischen Kontinent die Aruba-Insel, die Cozumel-Insel, Guadeloupe, die Las-Mujeres-Insel, die Prince-of-Wales-Insel und St. Vincent; auf dem asiatischen Kontinent die Ryukyu-Inseln; auf dem australasiatischen Kontinent die Linien-Inseln; und auf dem europäischen Kontinent die Insel Wight sowie die ost- und westfriesischen Inseln. Die folgenden Gebiete wurden wieder erschlossen: auf dem afrikanischen Kontinent die Mafia-Insel; auf dem amerikanischen Kontinent Antigua, Französisch-Guyana und Martinique; auf dem asiatischen Kontinent West-Irian und auf dem australasiatischen Kontinent die Admiralitäts-Inseln. Nationale .Ha.zíratu'l-Quds wurden an neun Orten, den Sitzen Nationaler Geistiger Räte, erworben, und Grundstücke für den Bau solcher Zentren wurden an zwei weiteren Orten angekauft. Sechs Nationale Geistige Räte wurden eingetragen, und der Glaube wurde in Kambodscha anerkannt, einem Land, das während des Neunjahresplanes seinen eigenen Nationalen Geistigen Rat bilden wird. Nationale Stiftungen wurden in acht Ländern erworben; sechs Lehrinstitute wurden errichtet und Land für sechs weitere wurde gekauft; ein Bahá'í-Verlag für die Herausgabe von Literatur in französischer Sprache wurde in Brüssel gegründet; die Bahá'í-Feiertage wurden in drei Gebieten anerkannt; Bahá'í-Literatur wurde in folgenden elf neuen Sprachen veröffentlicht: Ibibio-Efik auf dem afrikanischen Kontinent; Aguacateca, Athebaskisch, Cariña und Motilon-Yukpa auf dem amerikanischen Kontinent; Kenyah, Melanau und Temiar auf dem asiatischen Kontinent; und Ghari, Marschallesisch und Motua in Australasien. Der Fortschritt der Sache auf Borneo ermöglicht die Erfüllung eines zusätzlichen Zieles zum Plan, nämlich die Errichtung des Nationalen Geistigen Rates der Bahá'í von Brunei zu Ridván 1966.

Zwei Eigenschaften der Bahá'í-Weltgemeinde:

Mit dem Verstreichen des ersten Jahres des Planes werden zwei Eigenschaften der Bahá'í-Weltgemeinde immer deutlicher. Die erste betrifft die Weltgemeinde selbst: es ist die Fähigkeit, alle ihr zugewiesenen fest umrissenen Ziele zu erfüllen, wie z.B. der Erwerb von .Ha.zíratu'l-Quds, Tempelgeländen, Stiftungen oder die Eintragung von Geistigen Räten; solche sachlichen und höchst wichtigen Ziele, durch die die Sache in der Welt sichtbar wird und in ihrer rechtlichen und sozialen Stellung in Erscheinung tritt, werden jetzt von der Verwaltungsordnung Zug um Zug erreicht. Dabei ist auch die Tatsache zu beachten, daß Ziele dieser Art größtenteils durch Zusammenarbeit von Räten verwirklicht wurden - eine internationale Zusammenarbeit, die für die Entwicklung der Weltordnung lebenswichtig ist.

Die zweite Eigenschaft, die nach dem Verstreichen des ersten Jahres des Planes klar hervortritt, betrifft die Beziehung der Sache zur Menschheit. Beinahe weltweit herrscht das Gefühl eines bevorstehenden Durchbruches zur Gewinnung von Gläubigen auf breiter Basis. Berichte der Hände der Sache und der Hilfsamtsmitglieder sprechen ständig davon; viele Nationale Geistige Räte glauben, daß sie das Ufer dieses Meeres erreicht haben. Und tatsächlich gibt es den Zulauf zur Sache in Gruppen in einigen Gebieten schon seit einer Reihe von Jahren. Aber noch Größeres steht uns bevor. Das Lehren des Glaubens muß ein weltumfachendes Feuer entzünden, in dessen Licht die Sache und die Welt - die Hauptpersonen in dem größten Drama der Weltgeschichte - hell erleuchtet werden. Die Vorsehung trägt uns diesem Höhepunkt zu; wir müssen uns mit Heldenmut gürten.

Entsendung von vierhundertsechzig Pionieren:

Vier herausfordernde, sofortige Aufgaben stehen vor uns. Die erste ist, während des kommenden Jahres nicht weniger als vierhundertundsechzig Pioniere aufzustellen und auszuschicken, die die vierundfünfzig verbleibenden, noch unerschlossenen Gebiete des Planes eröffnen, die achtzehn unbesetzten Gebiete wieder besiedeln, Gegenden stärken, wo die Anzahl und der Zusammenschluß der Bahá'í-Gemeinden zur Zeit nicht ausreichend sind, um wirksame Lehrpläne in Angriff zu nehmen, und die Arbeit in den Gegenden der Massenlehrtätigkeit unterstützen und ausweiten. Jeder Gläubige, ob - mit dem geliebten Hüter zu sprechen - »... im aktiven Dienst oder nicht, von einem oder dem anderen Geschlecht, jung oder alt, reich oder arm, altgedient oder neuerklärt...«, sollte über diese Herausforderung tief nachdenken.

Um die Pionieranstrengungen der Freunde und die Übersiedlung auf ihre Posten während der nächsten zwölf Monate zu unterstützen, geben wir die Bildung von fünf Kontinentalen Pionierausschüssen bekannt, nämlich: der Pionierausschuß für Afrika, ernannt vom Nationalen Geistigen Rat der Britischen Inseln; Pionierausschuß für Nord- und Südamerika, ernannt vom Nationalen Geistigen Rat der Bahá'í der Vereinigten Staaten; Pionierausschuß für Asien, ernannt vom Nationalen Geistigen Rat der Bahá'í in Persien; Pionierausschuß für Australasien, ernannt vom Nationalen Geistigen Rat der Bahá'í in Australien; Pionierausschuß für Europa, ernannt vom Nationalen Geistigen Rat der Bahá'í in Deutschland.

Diese Ausschüsse werden in keiner Weise in die Verantwortlichkeit anderer Pionierausschüsse eingreifen oder in die der Nationalen Geistigen Räte, die mit der Lehrarbeit beauftragt sind und unter deren Jurisdiktion sie arbeiten werden. Sie werden gebildet, um die Arbeit dieser nationalen Körperschaften zu erleichtern und zu unterstützen, indem sie für wirksamen Austausch wichtiger Informationen auf kontinentaler und interkontinentaler Ebene sorgen und bei der Weiterleitung von Pionierangeboten sowie der Ansiedlung der Pioniere auf ihrem Posten mithelfen.

Eine gewissenhafte Schätzung der für jedes Gebiet - einschließlich der oben erwähnten zweiundsiebzig Gebiete - in den nächsten zwölf Monaten benötigten Pioniere wurde gemacht; das Ergebnis ist der Ruf nach vierhunderteinundsechzig Pionieren: sechsundachtzig für Afrika, sechsundneunzig für Nord- und Südamerika, einhunderteinundneunzig für Asien, neunundzwanzig für Australasien und neunundfünfzig für Europa. Jeder Nationale Geistige Rat wurde nach seinem Bedarf an Pionieren befragt, und dieser Bedarf wurde allen Nationalen Geistigen Räten mitgeteilt, ebenso den fünf Kontinentalen Pionierausschüssen, die durch die Nationalen Geistigen Räte ständig über die Fortschritte auf dem laufenden gehalten werden. Die Freunde werden deshalb dringend gebeten, sich um Auskunft über benötigte Pioniere und über die Zuständigkeit ihrer eigenen sowie aller anderen Gemeinden an ihren Nationalen Geistigen Rat zu wenden.

Zum ersten Mal in der Bahá'í-Geschichte wurde am Weltzentrum ein Internationaler Beistandsfonds unter der Verwaltung des Universalen Hauses der Gerechtigkeit eingerichtet. Daraus sollen zusätzliche Hilfsmittel speziellen Pioniervorhaben zur Verfügung gestellt werden, wenn andere Gelder nicht vorhanden sind. An alle Freunde, und besonders an diejenigen, die dem Pionieraufruf nicht nachkommen können, ergeht die Bitte, diesen Fonds zu unterstützen im Bewußtsein des Gebotes Bahá'u'lláhs: »Sammelt euere Kräfte für die Verbreitung des Glaubens Gottes. Wer immer einer so hohen Berufung würdig ist, der mache sich auf, den Glauben zu fördern. Wer dies nicht vermag, der hat die Pflicht, jemanden zu bestimmen, der statt seiner diese Offenbarung verkündet, deren Gewalt die Grundmauern der mächtigsten Bauten beben macht, jeden Berg zu Staub zermalmt und jede Seele bestürzt.« (ÄL 96/3)

Ein rasches Anwachsen der Mitgliederzahl und der Institutionen:

Die zweite Herausforderung, der wir uns gegenüber sehen, ist, die Intensität der Lehrarbeit in einem noch nie erreichten Grade zu steigern, um jene »gewaltige Ausweitung« zu verwirklichen, die im Plan gefordert wird. Universelle Teilnahme und ständiges Tätigsein werden dieses Ziel erreichen lassen. Jeder Gläubige muß seine Arbeit tun und ist dazu auch in der Lage, denn jede Seele trifft andere Seelen, und Bahá'u'lláh hat uns verheißen: »Wer sich erhebt, um unserer Sache beizustehen, den wird Gott siegreich werden lassen...«. Die Verwirrung der Welt wird nicht geringer, sondern sie steigert sich mit jedem vergehenden Tage, und Männer wie Frauen verlieren den Glauben in die menschlichen Heilmittel. Endlich dämmert die Erkenntnis auf, daß »es keinen Ort gibt, wohin man fliehen könnte«, außer Gott. Nun bietet sich die goldene Gelegenheit; die Menschen sind gewillt und vielerorts begierig, der göttlichen Heilsbotschaft zu lauschen.

Die dritte Herausforderung gilt dem möglichst schnellen Erwerb aller noch verbleibenden Nationalen .Ha.zíratu'l-Quds, Tempelgelände, nationalen Stiftungen und Lehrinstitute, die der Plan verlangt. Die umgehende Ausführung dieser Vorhaben wird zu einem späteren Zeitpunkt gewaltige Ausgaben ersparen und den Glauben mit Eigentum von wachsendem Wert ausstatten. Diese ersten, grundlegenden Besitztümer sind Keimzellen für mächtige Institutionen in der Zukunft; doch es obliegt dieser Generation, sie zu ihrem eigenen Schutz und als ihr Geschenk an die Nachwelt zu erwerben. Wir rufen die Nationalen Geistigen Räte auf, denen eine Verantwortung auf diesem Gebiet übertragen wurde, ihr höchste Priorität einzuräumen. Eine weitere, aber ebenso wesentliche Überlegung ist, daß die Erreichung dieses Zieles in den frühen Jahren des Planes die Energien und Hilfskräfte der wachsenden Weltgemeinde in den späteren Stadien freisetzen wird für den konzentrierten, entschlossenen, unerbittlichen Kampf um große Siege, deren Grundlage jetzt gelegt wird.

Einhundertjahrfeier der Verkündigung an die Könige im Jahre 1867:

Die vierte Herausforderung ist die Vorbereitung und Planung einer angemessenen Feier des hundertsten Jahrestages der Verkündigung Bahá'u'lláhs im September/Oktober 1867 an die Könige und Herrscher der Welt auf nationaler und örtlicher Ebene. Diese Feiern werden den Auftakt bilden zu einem wohlvorbereiteten, von allen getragenen Programm zur Verkündigung der Botschaft Bahá'u'lláhs an die Mehrheit der Menschen während der restlichen Zeit des Neunjahresplanes.

Ein Rückblick auf die historische Verkündigung Bahá'u'lláhs, wie sie von Shoghi Effendi in Gott geht vorüber beschrieben ist, zeigt, daß ihr »Auftakt gegen Ende der Verbannung Bahá'u'lláhs nach Adrianopel erklang« und daß sie sechs Jahre später »während der ersten Jahre Seiner Einkerkerung in der Gefängnisfestung von `Akká ihren Abschluß fand«. Dieser »Auftakt« waren die mächtigen und ehrfurchtgebietenden Worte, die von Ihm gemeinsam an die Könige und Herrscher in der Súriy-i-Mulúk gerichtet wurden, »dem folgenschwersten Tablet, das von Bahá'u'lláh geoffenbart wurde«. Es wurde während der Monate September und Oktober 1867 niedergeschrieben, und ihm folgten »unzählige Sendschreiben ..., in denen die Folgerungen Seines neu erhobenen Anspruches voll dargelegt wurden«. »Könige und Kaiser, einzeln und gemeinsam; die obersten Beamten der Republiken des amerikanischen Kontinents; Minister und Gesandte; der Papst selbst; der Stellvertreter des Propheten des Islam; der fürstliche Bevollmächtigte des Königreichs des verborgenen Imam; die Monarchen der Christenheit, ihre Patriarchen, Erzbischöfe, Bischöfe, Priester und Mönche; die anerkannten Führer der sunnitischen und schiitischen geistlichen Orden; die Hohen Priester der zoroastrischen Religion; die Philosophen, die kirchlichen Führer, die Weisen und die Einwohner Konstantinopels - jenes stolzen Sitzes des Sultanats und Kalifats; die Gesamtheit der sich bekennenden Anhänger der zoroastrischen, jüdischen, christlichen und muslimischen Religion; das Volk des Bayán; die Weisen der Welt, ihre Schriftsteller, ihre Dichter, ihre Mystiker, ihre Kaufleute, die gewählten Vertreter ihrer Völker; Seine eigenen Landsleute«: sie alle wurden »unmittelbar in den Kreis der Ermahnungen, der Warnungen, der Aufrufe, der Erklärungen und der Voraussagen einbezogen, die das Leitthema seiner denkwürdigen Aufforderung an die Führer der Menschheit darstellen...« »So einzigartig und erstaunlich diese Verkündigung war, so war sie doch nur das Vorspiel zu einer noch mächtigeren Offenbarung der schöpferischen Kraft ihres Urhebers, einer Verkündigung, die als die außerordentlichste Tat Seiner Amtszeit eingestuft werden mag - die Verkündigung des Kitáb-i-Aqdas.« In diesem, dem heiligsten Buch, das 1873 offenbart wurde, verkündigt Bahá'u'lláh den Herrschern der Erde in ihrer Gesamtheit nicht nur ein weiteres Mal, daß »Er, der König der Könige, erschienen ist«, sondern Er spricht regierende Herrscher einzeln beim Namen an und verkündet den »Staatsoberhäuptern Amerikas und den Präsidenten der amerikanischen Republiken«, daß »der Verheißene nun da ist«. So sah die Verkündigung Bahá'u'lláhs an die Menschheit aus. Er selbst bezeugte: »Niemals seit dem Bestehen der Welt wurde die Botschaft so offen dargelegt.«

Die Feierlichkeiten zu dieser schicksalsschweren Jahrhundertfeier werden damit beginnen, daß im September 1967 am Neunzehntagefest Mashíyyat (Wille) einige dazu ausersehene Vertreter der Bahá'í-Welt die Stätte des Hauses in Adrianopel besuchen werden, wo die historische Súriy-i-Mulúk offenbart wurde.

Unmittelbar im Anschluß an diesen freudigen und weihevollen Akt werden im Monat Oktober gleichzeitig sechs Interkontinentale Konferenzen in Panama City, Wilmette, Sydney, Kampala, Frankfurt und Neu-Delhi abgehalten. Gastgeber der Konferenz wird jeweils der Nationale Geistige Rat sein, in dessen Gebiet sie stattfindet; er wird auch die Konferenz einberufen. Das Universale Haus der Gerechtigkeit wird bei diesen Konferenzen durch die folgenden Hände der Sache Gottes vertreten sein: in Panama City durch `Amatu'l-Bahá Rú.híyyih Khánum, die bei dieser Gelegenheit den Grundstein für den Tempel legen wird; in Wilmette durch Leroy Ioas; in Sydney durch Ugo Giachery; in Kampala durch `Alí Akbar Furútan; in Frankfurt durch Paul Haney; in Neu-Delhi durch Abu'l-Qásim Faizí.

Alle Nationalen Geistigen Räte sind aufgerufen, auf nationaler und örtlicher Ebene angemessene Gedenkveranstaltungen zu Beginn des Zeitraumes der Jahrhundertfeier in den Monaten September/Oktober 1967 und zwischen den soeben erwähnten Konferenzen und Ridván 1968 vorzubereiten, dem Zeitpunkt, an dem die zweite Internationale Tagung für die Wahl des Universalen Hauses der Gerechtigkeit im Weltzentrum abgehalten wird.

Die erfolgreiche Durchführung all dieser Vorhaben wird den Möglichkeiten der Bahá'í-Weltgemeinde entsprechend eine angemessene Gedächtnisfeier zur Erinnerung an das heilige Ereignis sein, an das sie anknüpfen.

Zeit der Proklamation:

Diese sechs Konferenzen werden ebenso wie das geschichtliche Ereignis, dessen hundertsten Jahrestag sie feiern, den »Auftakt« bilden zu einem Zeitabschnitt der Verkündigung der Sache Gottes, der sich durch die verbleibenden Jahre des Neunjahresplanes bis 1973 zum hundertsten Jahrestag der Offenbarung des Kitáb-i-Aqdas erstrecken und das heiße, von Einfallsreichtum getragene Bemühen aller Nationalen und örtlichen Geistigen Räte der Welt erfordern wird.

Die internationale Bühne wird Zeuge von Ozeanischen Konferenzen sein, wie von Shoghi Effendi vorausgesagt. Die erste dieser Konferenzen wird im August 1968 auf einer Insel im Mittelmeer stattfinden zur Erinnerung an die Reise Bahá'u'lláhs einhundert Jahre zuvor über dieses gleiche Meer von Gallipoli in der Türkei zum Größten Gefängnis in `Akká. In den anschließenden Jahren des Neunjahresplanes werden weitere Konferenzen im Atlantischen Ozean, in der Karibischen See, dem Pazifischen Ozean und Indischen Ozean abgehalten werden.

Indem wir alle Nationalen Geistigen Räte aufrufen, jetzt schon die Bildung eines nationalen Ausschusses für die Verkündigung der Sache ins Auge zu fassen, der mit der Ausarbeitung von wirksamen, den Gegebenheiten entsprechenden Plänen für die Verkündigung des Glaubens während des gesamten Zeitabschnittes der Jahrhundertfeier beauftragt wird, können wir nichts besseres tun, als die Aufmerksamkeit auf den folgenden Absatz in einem Brief unseres geliebten Hüters in Verbindung mit den Gedenkfeiern zum hundertsten Jahrestag der Geburt des Bahá'í-Zeitalters zu lenken:

»Ein beispielloser, sorgfältig ausgearbeiteter, wirksam abgestimmter Feldzug auf nationaler Ebene, der die Verkündigung der Botschaft Bahá'u'lláhs durch Ansprachen, Zeitungsartikel und Radiosendungen zum Ziele hat, sollte unverzüglich in Angriff genommen und tatkräftig durchgeführt werden. Die Universalität des Glaubens, seine Ziele und Absichten, Episoden aus seiner dramatischen Geschichte, Zeugnisse seiner verwandelnden Kraft sowie der Charakter und die unterscheidenden Merkmale seiner Weltordnung sollten betont und der Allgemeinheit erläutert werden, besonders auch der Sache wohlgesinnten bedeutenden Freunden und Führern; diese sollten angesprochen und eingeladen werden, an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Vorträge, Konferenzen, Essen, Sonderveröffentlichungen sollten im vertretbaren Rahmen und entsprechend den Mitteln, die den Gläubigen zur Verfügung stehen, die Natur dieses freudigen Festes verkünden.«

Der majestätische Prozeß gewinnt an Schwungkraft:

Der majestätische Prozeß, der von unserem geliebten Hüter 1953 in Gang gesetzt wurde, als er die weit verstreute, unbedeutende Bahá'í-Weltgemeinde aufrief, jenen ersten glorreichen, weltumfassenden Kreuzzug in Angriff zu nehmen, gewinnt an Schwungkraft, und die Nachwelt mag mit ehrfürchtigem Staunen zur Kenntnis nehmen, wie inmitten einer in Gegensätze, Feindschaften und Zerrissenheit verstrickten Welt ein so kleiner Bruchteil der Menschheit die Entwicklung des Baumusters und der Sehnen und Stränge der Weltordnung eingeleitet hat. Diese von göttlicher Kraft getriebene, seit langem verheißene Entwicklung muß ihren historischen Lauf nehmen bis zu ihrer schließlichen Vollendung im Ruhm und der Herrlichkeit der Weltordnung Bahá'u'lláhs, des Königreiches Gottes auf Erden.

 

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